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Ettlinger Halbmarathon

HM Ettlingen korr-20

19. Sparnatrail in Epernay
Laufend einen Knoten ins Freundschaftsband gewoben
(Bericht von Eveline Walter)

Wenige Tage vor dem 11. November nach Frankreich, in die Champagne zu fahren, das heißt, besonders in diesem Jahr auch an den Ersten Weltkrieg zu denken, denn er jährt sich 2014 zum 100. Mal. Mit dem 11. November erinnern die Franzosen an die Waffenstillstandsunterzeichnung 1918 und damit an das Ende des Großen Krieges, der verheerende Spuren in der Champagne hinterlassen hat. Zeugnisse dieses Wütens sind die vielen Soldatenfriedhöfe, die „Stellungen in Verdun“, an denen man auf dem Weg nach Epernay vorbei kommt und dadurch immer wieder gewahr wird, wie außergewöhnlich diese Freundschaft ist, in deren Band am vergangenen Wochenende eine 18-köpfige Gruppe von Läuferinnen und Läufern einen weiteren Knoten geknüpft hat.

Nachdem Ende August acht Frauen und Männer aus Epernay am 7. SWE Halbmarathon Ettlingen teilgenommen haben, war die Entscheidung beim Lauftreff schnell gefallen. „Wir fahren am zweiten November-Wochenende in die Capitale des Champagners, um beim 19. Sparnatrail unserer Epernayer Sportfreunde mitzulaufen“, so der einhellige Tenor. Auch die Läufer der LSG Karlsruhe, die als finisherstärkste Mannschaft beim Ettlinger Halbmarathon die Jeroboam-Champagnerflasche gewonnen hatten, wussten die Ettlinger mit ihrer Begeisterung für den Sparnatrail anzustecken, so dass zwei Kleinbusse am 7. November zu einem langen Wochenende von der Alb an die Marne fuhren.

Vor dem Startschuss zum 19. Sparnatrail am Sonntag hatten sich die deutschen und französischen Sportfreunde ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht, das nach Hautvillers zu Lauffreunden, dem Winzerehepaar Hervé und Florence Gobillard führte, die ihren Weinkeller für die deutschen Sportfreunde öffneten, um ihnen zu zeigen, wie „das Gold der Marne“ entsteht. Hautvillers ist im übrigen bekannt wegen Dom Perignon, jenem Mönch, der das zweite Gärverfahren entdeckte. Seine Statue steht vor Moet & Chandon in Epernay, dem Champagnerhaus gehören große Lage rund um Hautvillers. Eine Degustation gehört natürlich zu einer Kellerführung als Abschluss mit dazu. Welche Dimensionen die großen Champagnerhäuser haben, das konnte die Gruppe bei einem Besuch des Hauses Mercier in Augenschein nehmen. Mit einem Zügle wurde hier durch die in 30 Meter Tiefe liegenden Kreidefelsenkeller gefahren, der schier endlos erschien. Bacchantische Motive erinnerten ebenso daran, wo man sich befand, wie die langen Reihen der Champagnerflaschen.

Wieder oben am Tageslicht angekommen, konnte man einen weiten Blick auf die goldgelb leuchtenden Weinberge werfen. Petrus war den Organisatoren des Sparnatrails in diesem Jahr mehr als hold. Denn die Temperaturen von 10 Grad plus, leichte Nebelbänke in den Flusstälern und der Sonnenschein sorgten für impressionistische Bilder, so dass man nicht nur vereinzelt ein „magnifique“ hörte.

1.200 Läufer nahmen die rund 32 Kilometer und 800 Höhenmeter beziehungsweise die 55 Kilometer lange Strecke mit 1.300 Höhenmetern unter ihre Sohlen, die trotz des trockenen Wetters auch in diesem Jahr schnell voller Lehm waren. Manche Bergabpassage verwandelte sich in eine Rutschpartie, und auch auf den schmalen kleinen Waldwegen waren Ausgleichsübungen und Schlittschuherfahrungen gefragt, was die Freude an diesem Lauf keineswegs minderte.

Stilvoll fiel der Startschuss für den 19. Sparnatrail des Epernayer Joggingsclubs auf der Avenue de Champagne, von dort ging es zunächst an der Marne entlang, um dann in die Weinberge abzubiegen. Der bunte Läuferwurm passierte Hautvillers, das höchste Anbaugebiet Frankreichs, oder Damery, ein wunderschöner Ausflugsort an der Marne. Die Strecke führte vorbei an Denkmälern des Ersten Weltkrieges, durch Pappelalleen. Und immer wieder hörte man in den kleinen Dörfern und an Wegkreuzungen Aufmunterungsrufe oder ein respektvolles „Courage“. Nach dem dann wirklich allerletzten Anstieg zeichnete sich bereits Epernays Silhouette ab, noch ein paar Kurven durch die Capitale des Champagners, begleitet vom Applaus der Sparnaciens, und dann durfte man über den blauen Teppich in die Sporthalle einlaufen.

Auch die 16 Läufer aus Ettlingen und Karlsruhe, die den 55er sowie den 32er und den 14 Kilometer langen Naturlauf, ein neues Angebot, absolviert hatten, waren trotz der Anstrengung begeistert, denn der Lauf erlaubte ein wunderschönes „Eintauchen“ in die Landschaft südlich von Epernay.

Wer hier teilnimmt, wird besonders als Ettlinger herzlichst begrüßt. Laufend und mit großem Spaß kann man etwas für die deutsch-französische, besser für die Freundschaft von Ettlingen-Epernay tun, die auf 61 Jahre zurückblicken kann.

Ein großes Dankeschön an den Jogging Club Epernay, doch ein spezieller Dank gebührt Jean-Claude Paroli, der unermüdlich für uns unterwegs war und immer ein liebes Wort auf den Lippen hatte. 

Epernay-Weinberg

Die Laufstrecken führen durch die idyllischen Weinberge

Epernay-Rathaus

Die Ettlinger und Karlsruher vor dem Rathaus in Epernay

Fotos 2016

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Fotos 2014

Jungfrau 2014

Fotos 2015

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