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Kirbachtal-Lauf in Ochsenbach am Sonntag, 16. September 2012

Auch im schwäbischen Naturpark Stromberg-Heuchelberg lässt es sich wunderschön laufen!

Von Nicola Wahl

Dies wollte ich am vergangenen Sonntag, 16. September 2012 beim Kirbachtal-Lauf im schwäbischen Ochsenbach gleich mal ausprobieren. Das kleine Weindorf Ochsenbach liegt idyllisch im Kirbachtal unweit von Mühlacker und Vaihingen/Enz und ist an diesem Tag Mittelpunkt einer netten Laufveranstaltung des TV Ochsenbach. In 7 Jahren hat es der Verein geschafft, einen tollen Lauf zu manifestieren und für jeden Geschmack eine Laufstrecke anzubieten. Zur Auswahl stehen so sieben verschieden lange Strecken. Neben der Langstrecke über 22,8 km kann auch die Mittel- (11,8 km) oder Jedermannstrecke (7,8 km) absolviert werden. Die Nordic Walker (7,8 km) wie auch die Schüler/Bambini (1,7 km bzw. 0,5 km) waren herzlich willkommen. Seit 3 Jahren gibt es den Stromberg-Extremlauf, einem Ultralauf über 54 Kilometer, der beide Talseiten des Kirbachtals in die Strecke einbindet. In den Vorjahren fand der Kirbachlauf bereits Anfang Mai statt, doch dieses Jahr zum ersten Mal Mitte September. So waren die Weinberge immer noch kräftig grün, die Weintrauben reif und zum Ernten bereit.

29 Typische Landschaft im Naturpark

Typische Landschaft im Naturpark Stromberg-Heuchelberg

Alle Strecken führten sehr abwechslungsreich über Wiesen, durch Weinberge und Wälder. Immer wieder wechselte der Untergrund, mal Forstwege, mal betonierte Wirtschaftswege oder Asphaltstraße. Langweile konnte so nicht aufkommen, denn die verschiedenen Strecken boten auch immer wieder tolle Ausblicke auf die Ortschaften im Kirbachtal und die umliegenden Weinberge. Fürs leibliche Wohl sorgte natürlich der Veranstalter mit insgesamt elf Getränkestationen (Extremlauf), die nicht nur Wasser und isotonische Getränke im Angebot hatten, sondern auch Bananenstücke und Apfelschnitze, sogar die geliebte Coca-Cola wurde aufgetischt. So konnte dieser Tag nur noch gelingen, denn das Wetter war ideal zum Laufen. Allerdings zeigte die Sonne um die Mittagszeit noch einmal ihre volle Kraft und sorgte für sommerliche Temperaturen in den Weinberghängen. Doch sobald die Wege in den Wald oder über Wiesen führten, war es wieder angenehm.
 

12 Weinausschank mitten im Weinberg

Weinausschank mitten im Weinberg


Auch mein Tag sollte vielversprechend werden: Die Nachmeldung in der Sonnenberghalle von Ochsenbach klappte reibungslos, alles war für einen großen Ansturm vorbereitet. Allerdings sah ich so früh morgens vor allem Ultraläufer, die wie ich um 8 Uhr auf der Dorfstraße mitten im „Sachsenheimer Weinsträßle“ beim Extremlauf antreten wollten. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorstand des TVO verließ die kleine Gruppe (ca. 70 Starter, davon 9 Frauen) auch schon Ochsenbach und eroberte die umliegenden Weinberge bis hinauf zum Rennweg, wo sich nach 6 Kilometern auch die erste Verpflegung befand.

6 Alle Ultral+ñufer sind zum Briefing versammelt

Die Ultraläufer sind zum Briefing versammelt

Zuerst durch sonnige Weinberge, dann durch lichtdurchflutete Wälder ging es in stetigem Wechsel bergauf und bergab. Die Steigungen und Gefälle waren hier nicht so steil, so dass immer ein Laufschritt möglich war. An der Pfeiferhütte (km 13) wurden wir dann mit einer zweiten Verpflegung belohnt, bevor wir aus dem Wald in die Hohenhaslacher Weinberge kamen. Eine kleine Extraschleife brachte uns bis an den Ortsrand von Freudental (Verpflegung km 17,5), um dann nach einem Richtungswechsel zurück nach Hohenhaslach zu laufen. Am Ortsrand von Hohenhaslach blickten wir ganz erschrocken auf eine steile Weinbergtreppe. Sollte es hier hinaufgehen oder vielleicht doch nicht, denn oben sah ich vereinzelt einen Läufer? Zum Glück zeigte uns der Richtungspfeil auf dem Asphalt den Weg und wir umliefen diese steile Treppe in großen Bogen, um dann mitten durch Hohenhaslach zu laufen. An den Sportanlagen erwartete uns dann am Vereinsheim der Motorradfreunde erneut eine Verpflegung (km 22,5). Nun verließen wir den schmucken Ort über Wirtschaftswege in Richtung Spielberg, wo wir beim Hauptsponsor dieses Laufes Fontanis mitten in der Lagerhalle eine Verpflegung (km26) vorfanden. Hier war auch ungefähr die Hälfte der Ultrastrecke geschafft.

13 Blick auf Hohenhaslach

Blick auf Hohenhaslach

Nun wechselte die Strecke auf die andere Talseite des Kirbachtales zum Baiselsberg, den wir schon von weitem sehen konnten. In drei anspruchsvollen An- bzw. Abstiegen und zwei großen Schleifen wurde der Baiselsberg erobert. Zum ersten Mal musste ich dann auch vom Laufschritt in einen schnellen Gehschritt wechseln, weil mir die Anstiege zu steil und kraftraubend waren. Ich wollte meine Kraft für die restlichen mehr als 20 Kilometer sparen. Bei km 30,5 (Baiselsberg I) befand sich neben einer Getränkestation auch ein Sanitätsposten, um die Rundumversorgung der Läufer zu gewährleisten.

25 Eselsbrunnen beim Aufstieg im Klosterberg

Der Eselsbrunnen am Klosterberg

Noch einige Höhenmeter bergauf und dann auf einem extrem steilen Weg hinunter an den Ortsrand von Hohenhaslach, wo am Ortsrand bei km 36 (Hummelsberg) wieder Getränke angeboten wurden. Ein weiterer Kilometer auf einem Feldweg und dann folgte der einzige, etwas unwegsame Abschnitt der gesamten Laufstrecke. Ein Wiesenweg mit anschließendem kurzen Trail bergab brachte uns schließlich an den Ortsrand von Horrheim, um dann vom Parkplatz am Klosterberg die Horrheimer Weinberge hinaufzulaufen. Hier merkte ich schon ganz deutlich die Sonnenstrahlen, die die Weinberge aufheizten. Oberhalb der Weinberge konnte ich mich aber schon auf angenehm schattigen Wald freuen. Doch zuvor erwartete uns an der Klosterberghütte (km 40) eine schattige Getränkestation.

30 Verpflegung Baiselsberg I (km 30 und 49)

Willkommene Verpflegungsstation am Baiselsberg

Nur noch wenige Kilometer trennten uns von der sternförmigen Kreuzung, die wir schon einige Kilometer zuvor passierten. Nun folgte auch schon die zweite Schleife auf dem Baiselsberg, vorbei an der Stromberghütte. Auch hier verloren wir wieder etliche Höhenmeter, um diese dann wieder mühsam im nächsten und letzten Anstieg zu erkämpfen. Doch auch hier wurden wir mit einer weiteren Verpflegung Baiselsberg II (km 45) noch einmal motiviert. Ein letztes Mal passierten wir die Kreuzung der ersten Schleife und erreichten ein zweites Mal die Getränkestation Baiselsberg I (hier km 49). Ein kurzer Plausch und schon lief ich einige Kilometer nur noch bergab, nicht mehr ganz so entspannt wie auf den ersten Kilometern. Am Kirbachhof (letzte Getränkestation bei km 51) ließen wir den Wald hinter uns und nahmen das letzte Stück durch das Wiesental zurück nach Ochsenbach in Angriff.

3 Kirche von Ochsenbach

Die Kirche von Ochsenbach

31 Trommlergruppe in Ochsenbach

Eine Trommlergruppe empfängt die Läufer in Ochsenbach

Am Ortseingang von Ochsenbach erwarteten uns dann auch schon einige Zuschauer, die uns für den letzten giftigen Anstieg übers Krebsgässle anfeuerten. Eine Trommlergruppe und die Besucher des „Sachsenheimer Weindörfle“ begleiteten unsere letzten Meter ins Ziel. Eine nette Stimme begrüßte jeden Läufer beim Überschreiten der Ziellinie und zeigte uns den Weg zur Zielverpflegung, die in einem Hof auf der Dorfstraße eingerichtet war. Dort fand ich dann auch gleich die richtige Stärkung und ging kurz darauf in der Sonnenberghalle, um mich unter der warmen Dusche zu erfrischen. So konnte ich noch das reichhaltige Angebot des Sachsenheimer Weindörfle genießen, bevor ich wieder ins Badische zurückfuhr.

33 Alle warten auf die Finisher!

Alle warten auf die Finisher

Gesamt-Erster des Extremlaufes über 54 Kilometer wurde Fedor Zeyer in 3:49:04 Stunden, er blieb als einziger Läufer unter 4 Stunden. Bei den Frauen gewann Nicole Benning in einer tollen Zeit von 4:26:01 Stunden. Ich selbst erreichte das Ziel in 5:43:06 Stunden als fünfte Frau. Mein Fazit zu dieser Veranstaltung lautet: Der TVO hat uns allen einen wirklich tollen Lauftag bereitet. An den Verpflegungsstellen wurden wir immer herzlich begrüßt, ein paar nette Worte ermunterten die ankommenden Läufer für ihre nächsten Kilometer. An vielen Abzweigungen warteten zusätzlich Helfer, die uns vorbildlich die Richtung anzeigten. Zusätzlich fanden wir immer Richtungspfeile auf dem Boden oder an einem Pfosten. So war ein Verlaufen schier unmöglich. Start und Ziel waren vorbildlich aufgebaut und die Zeitnahme funktionierte reibungslos. Das vielfältige Angebot an Laufstrecken bietet jedem Läufer eine anspruchsvolle Strecke in einer wunderschönen, typischen Landschaft mitten im Stromberger Naturpark. Und für den kulinarischen Teil sorgte dann das „Sachsenheimer Weindörfle“ mit einem gemütlichen Ambiente. Vielleicht habt Ihr ja Lust, 2013 die Weingegend um Ochsenbach auch mal zu erleben und zu erlaufen!
 

14 Das ist unser n+ñchstes Ziel - Hohenhaslach

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